Der richtige Bus

Es gibt eine Geschichte von Ajahn Brahm, einem buddistischen Mönch, der in seinem Buch „Die Kuh die weinte“ (Buddhistische Geschichten auf dem Weg zum Glück) vom Warten auf den Bus erzählt. Sinngemäß nacherzählt geht die so:

Manchmal stehen wir vor Aufgaben, deren Lösung wir nicht sehen können. Wir zermartern uns das Gehirn, aber es fällt uns nichts ein. Dann ist es manchmal ganz gut sich einfach an den Straßenrand zu setzen, und auf den Bus zu warten. Der kommt ganz bestimmt. Manchmal dauert es länger, manchmal geht es schnell. Und manchmal steigen wir auch in den falschen Bus ein. Das ist aber auch kein Problem, dann steigen wir an der nächsten Haltestelle einfach wieder aus und warten auf den nächsten Bus. 

 

Ich liebe diese Geschichte und erzähle sie immer in meinen Workshops und Coachings. „Ist der Bus schon gekommen?“ wird dann oft zu einer geflügelten Insider Frage.

 

Bei mir ist er jetzt aufgetaucht und zwar nicht nur als Methapher sondern in Form eines VW T5 Camping Busses. 

Vor erst 5 Monaten habe ich mir ein neues Auto gekauft, einen Renault Dacia (Kleintransporter) praktisch, günstig und sinnvoll als Auto für unseren Hof und als Auto für mich. Brauch ja nichts Besonderes, hab ich mir gedacht. 

Seit ich mit dem Coaching begonnen habe, überlege ich wie ich es anstellten könnte, das Gäste bei mir, während der Intensivtage 1 x direkt bei mir am Hof übernachten können.

 

Dabei kamen folgende "Busse" vorbei:

  • Bus Nr. 1: Schäferwagen oder Zirkuswagen aus Holz: Wunderschön und romantisch, direkt auf der Pferdewiese aufgestellt - ein Traum
  • Bus Nr. 2: Ein Wohnwagen – günstige, schnelle Möglichkeit
  • Bus Nr. 3: Ausbau des Heubodens zu einer Übernachtungsmöglichkeit – romantisch, urig, originell
  • Bus Nr. 4: Umgebauter Campingbus - VW T5

Erst der vierte Bus war der richtige. Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt mich auf meinen Instinkt zu verlassen. Der Schäferwagen war ein Traum. Ich hab recherchiert, „will haben“ und „ebay“ durchsucht, einige Exemplare angesehen, einen Baumeister mit der Planung eines Eigenbaus beauftragt, über FB Kontakte versucht an so einen tollen Wagen heranzukommen. Nichts hat funktioniert. Immer war irgendein Haken dabei warum es nicht gepasst hat. Ich hab den Bus weiterfahren lassen. 

 

Mit dem Wohnwagen und dem Dachbodenausbau wars genau so. Wir hatten einen tollen Handwerker der uns alles gemacht hätte aber… als es dann soweit war, konnte ich nicht mit 100 %iger Sicherheit zusagen. Ich hab die Busse weiterfahren lassen.  

 

Und dann, in einem Gespräch mit Andi beim Autofahren, einfach so herumgesponnen, kam die Idee eines Campers auf. Und plötzlich hat mein Herz zu hüpfen begonnen. Das ist jetzt mein Bus, war mir schnell klar. Und dann ergab eines das andere. 1 x auf „Will haben“ geschaut, VW gefunden, verliebt, angerufen, besichtigt, gekauft. (3 Tage)

Grundsätzlich vollkommen unvernünftig, wenn Frau es von der finanziellen Seite betrachtet. Aber…seit ich den Kaufvertrag unterschrieben habe, hat sich für  mich eine ganz neue Welt eröffnet. Jeden Tag habe ich mindestens eine Idee was ich mit dem Bus alles machen, erleben bewirken werde und ich freu mich irrsinnig darauf. Und ich bin mir sicher, dass sich vieles und noch viel mehr für mich erfüllen wird. Das war bis jetzt immer so!

 

Was lernt man draus:

Warten auf den richten Bus bedeutet nicht „Nichts tun“

Der Bus kommt bestimmt, vielleicht ist aber nicht der erste Bus der Richtige

Wenn zu viele Wiederstände kommen, entweder innerlich oder äußerlich, dann ist es meist nicht der richtige Bus (gemeint sind nicht andere Menschen die einem etwas ausreden möchten)

Entscheiden bedeutet Entfalten und neue Räume öffnen

Manchmal muss man unvernünftig sein wenn es sich gut anfühlt

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