Den Urlaub nach Hause holen

 

Saitoti ist ein Maasai und wohnt mit seiner Community in der Nähe von Mount Suswa, östlich von Nairobi. Seine Gemeinschaft hat es ihm ermöglicht Computer Siences zu studieren. Nun baut er gerade eine Plattform auf mittels derer er zukünftig, den von Frauen seiner Gemeinde handgefertigten Schmuck, in alle Welt verkaufen wird. Bereits 400 Frauen sind Teil des Projekts und es sollen noch viel mehr werden.  

 

Gastgeberin zu sein war für mich immer mit großer Freude aber auch mit einem stressigen Gefühl verbunden. Das kommt vor allem daher, das ich immer alles perfekt haben möchte. Das Haus und der Hof mussten perfekt zusammengeräumt sein, ein perfektes Programm sollte zusammengestellt werden, das Essen musste geplant werden mit mehreren Alternativen fall etwa nicht schmeckt, ein Gästezimmer hergerichtet und und und... Dem entsprechend angespannt war ich dann immer wenn die Gäste kamen.

 

Zum Glück hat sich das seit dem letzten Jahr, mit dem Besuch von Lis Bering, der Digerodoo Spielerin aus Amsterdam erledigt. Vielleicht erinnert ihr Euch an den Newsletter vom vorigen Jahr.  Damals hatte ich zum ersten Mal das Gefühl nicht die Rolle der perfekten Gastgeberin spielen zu müssen. Gäste die ich mag und die mich mögen, beurteilen und verurteilen nicht und messen mich nicht an meiner Rolle. 

 

Deshalb hab ich mich diesmal auf den Besuch aus Afrika sehr gefreut. Es war großartig seine Geschichte zu hören, Fotos zu sehen und vor allem auch seine Wahrnehmung unserer Welt zu erfahren. Natürlich haben wir viel Zeit bei den Tieren verbracht und hatten alle große Freude dabei sie zu füttern und zu verwöhnen. Für mich war es erstaunlich wie sehr Saitoti es wertschätzte, was wir da auf Hof-Sonnenweide machen, nämlich Tieren eine zuhause zu geben. Die Massai sind ein Nomaden Volk das Nutztiere zur Versorgung hält. Trotzdem ist es für sein Volk selbstverständlich Tiere zu schätzen, sie gehören zu der Community dazu. Er hat uns die Geschichte erzählt wie er seinen ersten Hund bekam der für ihn, wie für jedes andere Kind auch, zum besten Freund wurde. 

 

Als Saitoti uns wieder verließ waren wir tief berührt und reich beschenkt. Die zwei Tage waren für Andi und mich wie ein Urlaub. Es war toll unseren Hof und auch unser Land durch die Augen eines anderen Menschen aus einem völlig anderen Kulturkreis wahrzunehmen. Die Freude, das Staunen die Neugierde zu spüren und zu erfahren.  Wir bekamen wieder ein Gefühl dafür wie wunderschön unsere Land ist, wie vielfältig und facettenreich wenn man es durch die Augen eines Touristen wahrnimmt. 

Hakuna Mata 

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