Ist absolute Freiheit vorstellbar?

Viele Menschen sind in ihrem Beruf unzufrieden. Auch Menschen, mit angenehmen Jobs, wo eigentlich alles passt, das Betriebsklima, die Kollegen, die Bezahlung, haben sehr oft das Gefühl trotz allem am falschen Platz zu sein. Gerade dann ist es oft besonders schwer damit aufzuhören und seiner inneren Stimme zu folgen.

 

Die Sicherheit, das regelmäßige Einkommen und der Lebensstandard den man sich erarbeitet hat wirken oft stärker als der Zug hin zur Freiheit und zu seinen Träumen. Wenn man dann auch noch eine +/- Liste macht, dann schneidet die Selbständigkeit oder was auch immer man sich wünscht, meist sehr schlecht ab und nun hat man auch noch auf dem Papier den Beweis das es unvernünftig wäre etwas zu ändern.

 

Ich kann das alles sehr gut verstehen und nachvollziehen. Wir sind dermaßen geprägt von einer Gesellschaft die eben so funktioniert wie sie funktioniert – Marktwirtschaft, ein Brotjob, ein Haus, Kinder und Familie, da es für uns kaum möglich ist sich etwas Anderes vorzustellen. Und wenn ich mir etwas nicht vorstellen kann wirds schwer davon zu träumen oder gar zu leben.

 

In so einem Fall ist der Schritt in die Selbständigkeit nichts anderes als ein Jobwechsel.  Ich kenn das alles von mir selbst. Auch wenn ich fast mein ganzes Leben lang selbständig war, habe ich oft agiert als wäre ich eine Angestellte. Die Chefin war schon immer ich, aber ich war angestellt bei mir selbst und hab mich auch so verhalten. Ich wollte den scheinbaren Erwartungen meiner „Chefin“ und damit der Gesellschaft entsprechen.

 

Erst in den letzten Jahren habe ich begriffen was es wirklich bedeutet, seine Träume zu leben. Es heißt komplett anders zu denken und gewohnte Muster aufzugeben. Und das ist echt verdammt schwer. Loszulassen, Dinge ganz anders zu machen, nicht in gewohnten Bahnen denken…ich dachte bisher immer das dies nur als Mönch möglich wäre. In einem weltabgewandten, abgeschlossenen System, in dem ich finanziell unabhängig bin und mich den ganzen Tag der Entwicklung meines spirituellen Geistes widmen kann.

 

Nach und nach begreife ich, dass es nur an mir liegt mich anders zu verhalten und zu vertrauen. Vertrauen zu haben in das Leben und vor allem in mich selbst. Immer mehr lerne ich meiner inneren Stimme zu vertrauen, das zu tun was mir Freude macht und neugierig zu sein was passiert. Die Belohnung dafür ist das mir Dinge, Gedanken, Ideen, Menschen, begegnen, mit denen ich vorher nicht gerechnet hätte. Meine Erwartungshaltung wird in vielen Dingen weit übertroffen bzw. war vorher einiges überhaupt nicht vorstellbar.

 

Der Preis ist das ich mich manchmal undefiniert schlecht fühlte. Irgendwie unrund und unausgeglichen, fahrig und faul gleichzeitig, antriebslos und verbissen, ja sogar depressiv und mutlos…. Und als ich mich näher damit beschäftigte warum das so ist, war die Antwort überraschend einfach. Immer dann, wenn ich beginne in „normalen“ Bahnen zu denken, und versuche etwas zu erzwingen was nicht für mich passt,  beginne ich mich schlecht zu fühlen. Ein plakatives Beispiel dafür ist das was ich so mache: Kein genau definierter Beruf, keine regelmäßigen Arbeitszeiten, kein regelmäßiges Einkommen, keine genaue Trennung zwischen Freizeit und Arbeitszeit….

 

Diese Gedanken machen mich so unrund. Den Erwartungen nicht entsprechen denen ich glaube gerecht werden zu  müssen. 

 

Aber, ich bin am richtigen Weg, der nicht immer leicht ist.  Aber wenn ich wieder eine +/- Liste machen würde dann steht auf der + Seite: (Lebens)freude und dann ganz egal was auf der andere Seite steht.

 

Ich träume von einer Welt in der alle Menschen ihre Träume leben  

Kommentar schreiben

Kommentare: 0