Neugier statt Angst

Die eigenen Grenzen sprengen und über meinen Schatten springen liebe ich. Wahrscheinlich ist es vergleichbar mit dem Kick, den ein Adrenalin Junkie verspürt bevor er mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug springt. Das bin ich aber garantiert nicht. Ich fahre gemütlich Auto, bin am Motorrad oder Pferd nie dem Geschwindigkeitsrausch verfallen und kann auch Bungee Jumping nicht viel abgewinnen. Aber die gedanklichen Barrieren überschreiten, finde ich sehr spannend.

 

Wenn auch eine Flugzeugsituation für mich nicht in Frage kommt, so gibt es doch in unserem Alltag oft Dinge die uns so ängstigen als wären wir wirklich in einer lebensgefährlichen Situation. Unser Körper und Geist reagiert genauso, als würde ein Säbelzahntiger vor uns stehen und uns bedrohen. Und das schlimmste ist, so ein Gefühl der ängstlichen Hilflosigkeit kann man sich gut und schnell antrainieren. Ein paar Mal gemacht und schon reagiert man auf die kleinste unbekannte Situation mit Angst und Hilflosigkeit.

 

Die Folge ist dann das man Situationen, die schon ein kleines bisschen nach Kontrollverust  riechen, generell meidet. Das macht das Leben sehr unspannend.

 

Wenn ich so ein bisschen darüber nachdenke, warum ich weitgehend kein ängstlicher Mensch bin, so hab ich dass, glaube ich, meiner Neugier zu verdanken. Neugierig auf das Leben, auf Menschen, darauf wie etwas geworden und entstanden ist. Neugierig was passiert, wo (meine) Grenzen sind und neugierig darauf was noch alles geht und machbar ist.

 

Aber jetzt mal weg von mir, stellt Euch mal vor wir würden in einer Welt leben in der „Angst“ durch „Neugier“ ersetzt würde. Wahnsinn, wenn man das mal durchdenkt, oder?

 

Ich habe Angst vor dem Tag – Ich bin neugierig auf den Tag

Ich habe Angst vor einer bestimmten Situation – ich bin neugierig auf die Situation

Ich habe Angst vor (einem) Menschen – ich bin neugierig auf (die)den Menschen

Ich habe Angst vor Fremden – Ich bin neugierig auf Fremde

Ich habe Angst davor Auto zu fahren – ich bin neugierig wie es mir damit geht wenn ich mit dem Auto fahre

Ich habe Angst zu wenig Geld zu haben – ich bin neugierig mit wie wenig Geld ich auskomme

Ich habe Angst alleine zu sein - Ich bin neugierig was ich alleine alles bewegen kann

 

Einen Versuch ist es wert das mal im eigenen Leben zu versuchen, oder? Die gute Nachricht ist nämlich, man kann sich die „normale“ Alltagsängstlichkeit auch ganz leicht wieder abtrainieren. Einfach  damit in kleinen Situationen beginnen und probieren.

 

Das könnte so oder ähnlich aussehen:

  • Angstgefühl steigt auf
  • Nicht unterdrücken!
  • Satz formulieren mit „Ich habe Angst vor…“ (Zwingt mal darüber nachzudenken wovor man wirklich Angst hat wenn man ehrlich zu sich selbst ist)
  • Umwandeln in „Ich bin neugierig auf…“
  • Neugierig sein was dann passiert 😈

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