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Wien - Kreuzenstein - Millenium City - Wienerwald

Gestern war ich nach der Versorgung unserer Tiere am Hof in Wien um ein Interview mit Thomas Franz-Riegler aufzunehmen, einem Musikkaberettisten der derzeit mit seinem Programm „Jo eh“ auf den Kleinkunstbühnen Österreichs unterwegs ist.

 

Da ich schon länger keinen Overnight mehr hatte beschloss ich kurzfristig wieder mal auswärts zu übernachten und ein bisschen Urlaub vom Bauernhof zu machen. Zuerst fuhr ich auf die Burg Kreuzenstein und verbrachte einen Nachmittag am Laptop mit Blick auf die wunderschöne Burg, die für mich aussieht als wäre sie aus einem Märchen. Gegen Abend hatte ich dann Lust auf Menschen und fuhr wieder Richtung Wien und weils nicht allzu weit war in die Millenium City. Ich war schon Ewigkeiten nicht mehr in einem Shopping Center und freute mich darauf im Warmen ein bisschen zu schlendern und mir vielleicht auch einen Kaffee zu holen. Außerdem wollte ich im Foodcourt schauen was es so Neues gibt, ob das vegane Angebot bei Fastfood in Wien schon größer geworden ist. 

 

Ich ging in ein Spielzeuggeschäft um mir ein paar Spiele anzusehen die man alleine oder zu zweit an langen Gogo-Mobil Abenden spielen kann und legte sie nach einigem Nachdenken wieder zurück. „Brauch ich das wirklich?“, war die Frage die ich mir stellte.

 

Dann schlenderte ich weiter, genoss den Duft der Speisen freute mich, das es so viel veganes Angebot gibt, hatte aber überhaupt keine Lust mir was zu kaufen. Sogar beim Starbucks (ja, ich weiss, viele sind verwundert aber ich liebe Starbucks Kaffee in großen Häferln mit viel aromatisierten Sirup drinnen und aufwendig garniert) ging ich ohne vorbei obwohl ich schon in der Schlang stand aber dann doch keine Lust hatte. 

 

Ich mag es gerne alleine unter vielen Menschen zu sein, zu schauen, zu riechen zu empfinden und was mich besonders gefreut hat war, das ich diesmal nicht geurteilt habe. Ich bin nicht durchgegangen mit dem Gefühl das ich besser bin weil ich das alles nicht mehr brauche, sondern mit einem guten Gefühl bei mir selbst zu bleiben und mich an den Dingen zu freuen. Dadurch hab ich auch wahrgenommen das es ganz viele Menschen gibt die auch mit Freude dort waren. Sei es um etwas zu kaufen, oder mit der Familie zu essen, um sich mit Freunde zu treffen und gemeinsam den Abend zu verbringen. Natürlich gab es auch die gehetzten und gestressten Gesichter aber wie schön ist wahrzunehmen das es auch so viel Schönes gibt, an jedem Ort. 

 

Da war zum Beispiel ein Mann den ich vor dem Supermarkt gesehen habe.  Er war spindeldürr, wirkte etwas verwirrt und körperlich nicht besonders fit und möglicherweise ein bisschen krank. Er stand bei den Einkaufswagen mit einem Jogginganzug bekleidet und schien auf etwas zu warten. Dann kam eine Frau aus dem Supermarkt heraus mit asiatischen Gesichtszügen, gut geschminkt und gekleidet, und sie hatte eine riesengroßen Cremeschnitte in der Hand. Sie ging auf den Mann zu, offenbar gehörten sie zusammen und ich konnte die Freude in seinem Gesicht sehen als er die Frau mit der Süßigkeit sah und hatte das Gefühl das sie sich nun beide total darauf freuten die Cremsechnitte gemeinsam zu verspeisen. Und selbst wenn ich das falsch interpretiert habe, mein Gefühl dazu war schön und die Geschichte die ich mir dazu ausdachte auch und gab mir selbst ein gutes Gefühl und lies mich innerlich lächeln. 

 

Dann waren es auch wieder genug Menschen für mich und ich fuhr Richtung meiner ehemaligen Heimat Klosterneuburg und hab den restlichen Abend und die Nacht im Wienerwald verbracht. Nach einer ausgiebigen Laufrunde in der Früh sitze ich nun hier, schreibe und freu mich jetzt darauf wieder nach Hause zu meinen Lieben zu fahren

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