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Hinter deiner Angst ist der Schatz den du suchst

Vor einigen Wochen bin ich dem Satz, von Joseph Campell „The Cave you fear to enter holds the treasure you seek“ sinngemäß vom mir übersetzt mit „Hinter deiner Angst liegt der Schatz den du suchst“ zum ersten Mal bei einer Freundin begegnet, bei der wir zum Essen eingeladen waren. Schon damals hat er in mir tiefe Resonanz hervorgerufen, ich habe mich aber nicht näher damit befasst.

Als ich dann bei Thomas Franz-Riegler, dem Musikkaberettisten war um ein Interview für meinen Podcast aufzunehmen, kamen wir im Gespräch auch auf das Thema Angst und die Überwindung von Angst. Thomas sieht die Angst als Wegweiser der uns zeigen will in welche Richtung es gehen könnte.  Und nachdem das Thema jetzt in kurzer Zeit mehrmals in mein Bewusstsein drang, fand ich es an der Zeit mich damit zu befassen und zu schauen was es mit mir zu tun hat. 

 

Wen man mich fragt wovor ich Angst habe, würde ich an guten Tagen wo alles super ist und ich mich fühle als könnte ich Bäume ausreißen antworten „Vor so gut wie Nichts“ und die meisten Menschen die mich flüchtig kennen, würden mir das sicherlich sofort abnehmen.  Weil ich so wirken will, weil ich ja andere Menschen auch inspirieren möchte, weil ich sie berühren möchte, weil ich vorangehen möchte mit meinen Ideen und meinem Wirken und Tun. Da passt Ängstlichkeit überhaupt nicht in mein Selbstbild. Deshalb bin ich es in diesem Momenten auch nicht. Und das ist nicht gelogen und nicht gespielt, es zeigt und betont nur eine Seite von mir viel stärker als eine andere Seite. 

 

Ja, klingt schon sehr cool wenn ich das aufschreibe und auch weiß das es oft wahr ist. Aber trotzdem gibt es da immer wieder diffuse Ängste die es wert sind einmal durchleuchtet zu werden. 

 

Ich habe Angst davor in meinem Freiraum eingeschränkt zu werden, ich habe Angst davor gesehen zu werden wo wie ich bin, ich habe Angst vor Zurückweisung, ich habe Angst vor Kränkungen, ich habe Angst davor nicht wahrgenommen zu werden… ganz so wie jeder andere Mensch auch, ich habe Angst davor meine Bestimmung nicht zu finden, ich habe Angst davor am Sinn des Lebens vorbeizulaufen, ich habe Angst vor der Leere in mir die ich nicht definieren kann die aber da ist, ich habe Angst vor der Sinnlosigkeit des Daseins, ich habe Angst vor dem Leben, ich habe Angst davor das Wesentliche nicht zu erfassen, ich habe Angst vor der Müdigkeit, ich habe Angst vor der Überdrüssigkeit, ich habe Angst vor meinen trüben Stimmungen, und ich habe Angst das das alles einmal gesehen wird. 

 

Es ist manchmal etwas schwierig weil meine Ängste oft nicht greifbar sind.  Aber wenn man hinter „konkrete“ Ängste schaut, sind die dann nicht immer abstrakt und nicht greifbar? Steckt nicht fast immer nur ein Gefühl dahinter und weniger etwas Konkretes? Angst vor Spinnen, Höhenangst, Flugangst… auch diese, scheinbar konkreten Ängste sind doch bei näherer Betrachtung nicht sehr real.

 

Gerade frag ich mich ob es notwendig ist alles zu begreifen. Vielleicht ist es ja schon genug sich damit mal intensiver auseinander zu setzen. Versuchen zu sehen und zu spüren was dahinter liegt. Angst deckt zu… die entscheidende Frage für mich ums aufzulösen oder sich damit zu befassen ist „Angst, wovor?“

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