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Ich muss nicht...

 

Ich führe ein weitgehend selbstbestimmtes Leben das ich mir so ausgesucht habe. In der jetzigen Phase stressen mich fixe Termine. Vor einigen Jahren war das noch genau umgekehrt. Sei es, als ich mein Personalberatungsunternehmen hatte, wo ein Interviewtermin nach dem nächsten in meinem Kalender stand und dazwischen Kundentermine und was weiß ich was noch alles und dann auch später, als Tiersitterin habe ich mir jeden Abend einen Zeitplan gemacht wann ich bei welchem Tier sein werde damit sich alles gut ausgeht. Und auch auf Hof-Sonnenweide, als ich noch Schulen- und Kindergärten bei mir hatte und Kindergeburtstage veranstaltete war alles genau geplant und das war ja auch ganz normal so, ich kannte es nicht anders. Wenn ich jetzt so zurückdenke sehe ich das überhaupt nicht negativ sondern es war einfach die Zeit dafür und ich war in einer Phase in der ich das offenbar auch so gebraucht habe. Fast ein bisschen wehmütig fühlt sich das gerade an. Ich wusste einfach immer was zu tun war und hatte die Kontrolle über meine Zeit. 

 

Nachdem ich mehr und mehr losgelassen habe, merke ich wie ich immer noch oft in dieses Schema zurückfalle und im Gegensatz zu früher, tut es mir jetzt nicht mehr gut. Mittlerweile bin ich wirklich fast alleine verantwortlich dafür wie ich meinen Tag gestalte. Es gibt kaum mehr fixe Termine weil ich das auch nicht mehr will und versuche meinen Kalender möglichst frei zu halten. Trotzdem gibt es oft Tage, vor allem im Winter wenn diese so kurz sind, an denen ich mit einem Stressgefühl aufwache. Dinge die ich sehr gerne mache oder von denen ich aus Erfahrung weiß das sie mir gut tun werden dann zu einem Muss. Ich muss laufen gehen, ich muss meine Qi-Gong Übungen noch machen, ich muss dieses Buch lesen, ich muss diese mail schreiben, diese Person kontaktieren,  ich muss ich muss ich muss. Und damit verkehrt sich alles Positive zwangsläufig ins Negative.

 

Der Grund warum ich dieses Zeilen schreibe ist, das heute genau mit diesem Stressgefühl aufgewacht bin und den Tag auch so begonnen habe. Und dann stand ich schon voll angezogen im Vorraum und wollte schnell raus um die Tiere zu versorgen, als unser kleiner Kater Timmy daherkam und mir um die Beine strich. Dann kam Rumo unser Dobermann dazu und lehnte seinen Kopf an meinen Oberschenkel. Als ich mich hinhockte um die beiden zu streicheln kam noch Lara unsere zweite Hündin dazu und da saß ich nun, umgeben von bedingungsloser Hunde- und Katzenliebe. Und dachte mir „ einen Scheiß muss ich“ und mir wurde leicht ums Herz. Ich machte mir einen Kaffee, nahm den Laptop und begann zu schreiben…  Ich wünsche Euch einen wunderschönen Tag mit ganz vielen so schönen Momenten die ganz sicher auch da sind, wir dürfen sie nur nicht übersehen. 

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