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Leben ist Veränderung

Vor einigen Wochen war ich auf einem 4tägigen Grundlagen Wildnis Kurs in dem es um Fertigkeiten ging die man braucht, um sich auf sich alleine gestellt in der Natur zu versorgen. Unterkunft bauen, Feuer machen, Wasser aufbereiten, Nahrung finden. 

Als wir uns am Beginn des Workshops vorstellten, wir waren 4 TeilnehmerInnen, erzählte ich von meinen Eselwanderungen mit Rucksack und Zelt und das ich diese gerne ausweiten möchte.

 

Ich war die einzige der Teilnehmerinnen die schon auf diese Weise, von den Eseln einmal abgesehen,  alleine unterwegs war. Man könnte also meinen ich wäre so ein richtiger geborener Natur-Freak mit meinem Hof, den Tieren, den Eselwanderungen, dem Gogo-Mobil Reisen. Erst als mich Ingrid eine der anderen Teilnehmerinnen darauf ansprach, wurde mir zum ersten Mal so richtig bewusst wie sehr ich mich verändert habe. 

Bis im April dieses Jahres, als ich mit dem Eseln am Neusiedler See unterwegs war, habe ich noch nie im Zelt übernachtet außer einmal als Jugendliche auf einem Festival in Wiesen und da bin ich unter Tags nach Hause gefahren um aufs Klo zu gehen und zu duschen weil ich es nicht ausgehalten habe. 

 

Ich war also bis vor kurzer Zeit alles andere als ein Naturfreak aber ich habe mich sehr schnell dazu entwickelt. Wenn ich so zurückdenke, ist es erstaunlich was sich alles tun kann wenn sich die Perspektive verändert, wenn man neue Leidenschaften entdeckt und seine Grenzen erweitern möchte. 

Jede Veränderung ist für mich eine Bereicherung, eine neue Erfahrung, eine neue Herausforderung der ich mich sehr gerne stelle. Und jede Veränderung war, im nachhinein betrachtet, immer gut für mich auch wenn ich es manchmal in der Situation nicht wahrhaben wollte. 

 

Die vielen verschiedenen Perspektiven ermöglichen es mir emphatisch zu sein und mich in andere Menschen hineinzuversetzen. Ich war leidenschaftlicher Fleischfresser, deshalb kann ich auch jetzt als Veganerin verstehen wie schwer vorstellbar es ist keine tierischen Produkte mehr zu essen. Die Umsetzung war dann viel leichter als die Vorstellung der Schwierigkeiten, wie fast immer ;o). Ich wäre vor einigen Jahren sicher nicht auf Urlaub gefahren wenn es an diesem Ort kein Klo und kein Bad gibt, jetzt war ich mit Andi eine Woche lang mit dem Kanu auf der Mosoni Donau unterwegs. Ich war eine Business Frau die gerne erfolgreich war und der Prestige und Image sehr wichtig war, jetzt betreibe ich mit großem Aufwand eine gemeinnützige Plattform, Nachhaltig im Burgenland, ohne Einnahmen und wenig Feedback. Bis ich Mitte 20 war habe ich Hunde nur ungern angegriffen weil ich fand das sie stinken. Nach jeder Berührung mit einem Hund habe ich mir die Hände gewaschen weil mir gegraust hat. Jetzt lebe ich mit ca. 100 Tieren auf einem Hof zusammen. 

 

Wahrscheinlich mag ich deshalb das Zitat von Jane Goodall so gerne: „Du kannst etwas verändern – Jederzeit.“  Wenn ich mich selbst so leicht verändern kann, dann können es auch andere Menschen und dann kann es auch die ganze Welt. Wahrscheinlich viel schneller und besser als wir manchmal für möglich halten. Und das gibt Hoffnung für die Zukunft, oder?

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