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Morgensport mit Pony

Vor einigen Wochen habe ich begonnen Klein-Wendy, unserer rabenschwarzen Minishetty Dame, zu meinem Morgenlauf durch den Wald mitzunehmen. Ich weiß gar nicht mehr genau wie ich auf die Idee kam, wahrscheinlich auf einem gemeinsamen Spaziergang mit der Pinto Stute Rokita bei dem Wendy meist frei mitgelaufen ist und mir auffiel das sie in ihrem Trippel-Trappel Trab wahrscheinlich dasselbe Tempo hat wie ich beim Joggen. 

 

Eines Morgens wachte ich dann auf und hatte das Gefühl das des nun soweit wäre. Ich würde mir Wendy schnappen und einfach mal mit in den Wald nehmen. Mal schauen was sie dazu meint. Offenbar habe ich sie beim ersten Mal mit meiner Energie überrollt, denn sie kam „widerspruchslos“ mit und trabte fast von Beginn an neben mir her. Manchmal blieb sie zwar plötzlich stehen, war aber schnell zu motivieren weiterzulaufen. Am breiten Forstweg funktionierte es ganz gut, auf den kleinen Waldwegen war es eher mühsam am Führstrick. Sie musste entweder hinter mir oder vor mir laufen und auf dem unebenen Boden mit Wendy an der Seite war das nicht so angenehm. Somit war schon von Beginn an klar, das es bald klappen müsste,  das Wendy frei läuft.  

 

Als ich das ein paar Wochen zuvor bei einem Spaziergang mit ihr ausprobierte, ist sie mir nach Hause gelaufen. Sie entschied das sie nach Hause wollte und lies mich alleine im Wald stehen. Damals drehte sie sich plötzlich um und galoppierte mit wehendem Schweif, mitten durch den Wald Richtung Hof. 5 Minuten später war sie dort angekommen, wie mir Andi telefonisch bestätigte. Doch solche Erlebnisse schrecken mich selten ab. Es war damals einfach noch zu früh gewesen und es war der erste gemeinsame Spaziergang mit Wendy, ohne das ein anderes Pferd oder Esel dabei war. 

 

Und so war trotzdem zuversichtlich,  das es bald funktionieren würde. So wars dann auch, schon am nächsten Tag versuchte ich es am Rückweg und es klappte wunderbar. Klein Wendy blieb zwar manchmal stehen um sich ein Grasbüschel auszurupfen, galoppierte dann aber schnell wieder hinter mir nach. 

 

Uns so laufen wir jetzt fast jeden Tag in der Früh unsere gemeinsame Waldrunde. Besonders bemerkenswert ist, das ich Wendy, die ersten ca. 200 Meter vom Hof bis zum Waldrand beinahe tragen muss. Sie ist unmotiviert, bleibt stehen, zieht am Strick und zeigt mir mit allem was sie hat,  das sie jetzt eigentlich viel lieber mit ihrem großen Haflingerfreund Liberty Heu fressen würde.  Sobald sie aber den Schranken zum Wald passiert hat, ist sie wie ausgewechselt. Ich kann Wendy sofort ableinen und fröhlich trabt, hüpft und springt sie neben mir her. Manchmal muss man ein Pony halt auch zu seinem Glück zwingen. 

 

Dieses Waldrunde mit Wendy gehört zu den schönsten Dingen die man sich vorstellen kann. Die Kleine ist so mutig und selbstbewusst wie sie da durch den Wald läuft und elegant ihren schönen schwarzen Schweif schwingt. Ihr zuzusehen wie sie über Baumstämme springt zwingt einem richtiggehend ein Lächeln ins Gesicht. Auch frühe Spaziergänger, die zwar selten, manchmal aber doch da sind, staunen meist nicht schlecht wenn da ein schwarzer Wirbelwind um die Kurve galoppiert kommt, im Mäulchen meist noch ein paar Grashalme die sie sich von unterwegs mitgenommen hat. Ich wüsste zu gerne was sie sich denken…

 

Es ist so wunderschön mit einem Tier ein solches Vertrauensverhältnis zu haben. Wenn ich will,  das dein Tier mir vertraut, dann muss ich zuerst einmal lernen dem Tier zu vertrauen und auch nicht aufgeben wenn es nicht sofort klappt mit dem gegenseitigen Vertrauen. 

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